KAP AG setzt nach erwartet verhaltenem ersten Halbjahr 2026 ihren Restrukturierungskurs fort

  • Umsatz sinkt in einem anspruchsvollen Marktumfeld um 4,6 % auf 133,2 Mio. EUR
  • Geringere Auslastung lässt EBITDA um 10,6 % auf 13,5 Mio. EUR sinken
  • Konzernergebnis nach Steuern mit −5,1 Mio. EUR weiterhin negativ
  • Konkretisierte Prognose für 2026 bestätigt

Fulda, 28. August 2026 – Die KAP AG („KAP“), eine börsennotierte, mittelständische Industrieholding (WKN 620840, ISIN DE0006208408), verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 in einem anspruchsvollen Marktumfeld eine verhaltene Entwicklung und setzt ihren eingeschlagenen Restrukturierungskurs konsequent fort. Ziel ist es dabei, mit einem umfassenden Maßnahmenbündel die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um die Rentabilität des KAP-Konzerns nachhaltig zu verbessern.

Ralph Rumberg, CEO/CRO der KAP AG: „Wir haben die Herausforderungen klar analysiert und gehen sie mit unserem Restrukturierungskonzept nun konsequent an. Dabei haben wir die Maßnahmen in klar umrissene Kategorien gegliedert: Wir stärken unsere Vertriebsorganisationen und fokussieren uns auf die Anforderungen unserer Kunden, passen unsere Produktionskapazitäten an die tatsächliche Nachfrage an, steigern die Effizienz in unseren Werken und verschlanken unsere Holdingstrukturen. Ergänzend wollen wir strukturelle Maßnahmen umsetzen, um den Verschuldungsgrad schneller zu reduzieren als es über operative Verbesserungen allein möglich wäre. Damit kommen wir unserem Ziel näher, die Segmente auf ein stabiles, positives und für uns zufriedenstellendes EBIT-Niveau zu bringen.“

Entwicklung des KAP-Konzerns im ersten Halbjahr 2026
Die Umsatzerlöse des KAP-Konzerns sanken im ersten Halbjahr 2026 in einem insbesondere im Automotive- und Industriesektor anspruchsvollen Marktumfeld um 4,6 % auf 133,2 Mio. EUR (i. Vj. 139,6 Mio. EUR). Zusätzlich wirkten sich die geopolitischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten nachteilig auf die Nachfrage aus wichtigen Kundengruppen aus. Dies führte zu geringeren Abrufen und ließ die Auslastung der vorhandenen Kapazitäten sinken. Von dieser Entwicklung waren alle drei Segmente des KAP-Konzerns betroffen, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß.

Das normalisierte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen („normalisiertes EBITDA“) sank aufgrund der geringeren Kapazitätsauslastung um 10,6 % auf 13,5 Mio. EUR (i. Vj. 15,1 Mio. EUR). Damit lag die normalisierte EBITDA-Marge mit 10,1 % um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau (i. Vj. 10,8 %). Infolge der zum Jahresende 2025 vorgenommenen Wertberichtigungen sanken die Abschreibungen deutlich auf 6,1 Mio. EUR (i. Vj. 11,3 Mio. EUR). Das normalisierte Betriebsergebnis, definiert als normalisiertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern („normalisiertes EBIT“), verbesserte sich entsprechend auf 7,4 Mio. EUR (i. Vj. 4,0 Mio. EUR). Damit erreichte die normalisierte EBIT-Marge 5,6 % nach 2,9 % im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis nach Steuern lag im ersten Halbjahr 2026 insgesamt bei −5,1 Mio. EUR (i. Vj. −9,5 Mio. EUR).

Heterogene Entwicklung in den Segmenten
Im Segment engineered products beeinflusste die schwächere Nachfrage wichtiger Kundengruppen die Entwicklung im ersten Halbjahr 2026. Trotz des herausfordernden Marktumfelds gelang es, in einzelnen Regionen und in einzelnen Kundengruppen ein Mengenwachstum zu erzielen – insbesondere der chinesische Standort in Suzhou entwickelte sich weiterhin positiv. Jedoch konnten die negativen Effekte aus der schwachen Entwicklung im Automotive-Sektor nicht vollständig ausgeglichen werden. Die Umsatzerlöse sanken um 1,3 % auf 52,6 Mio. EUR. Die kontinuierliche Produktionsverlagerung von den europäischen Hochlohnländern an die bestehenden asiatischen Standorte wirkte sich ebenso positiv aus wie Restrukturierungsmaßnahmen, die sukzessive greifen. Das normalisierte EBITDA stieg entsprechend um 23,5 % auf 4,2 Mio. EUR. Die normalisierte EBITDA-Marge verbesserte sich damit um 1,6 Prozentpunkte auf 8,0 %. Das normalisierte EBIT wuchs aufgrund deutlich gesunkener Abschreibungen um 46,7 % auf 2,2 Mio. EUR, und die normalisierte EBIT-Marge stieg um 1,4 Prozentpunkte auf 4,2 %.

Im Segment flexible films entwickelte sich die Kundennachfrage nach qualitativ hochwertigen Poolfolien im ersten Halbjahr 2026 insgesamt zufriedenstellend. Schwächer als erwartet fiel jedoch das Geschäft mit Laminaten aus, die unter anderem in der Bauindustrie verwendet werden. Die Umsatzerlöse gingen entsprechend um 1,2 % auf 55,6 Mio. EUR zurück. Die gestiegenen Energiekosten sowie die deutliche Aufwertung des israelischen Schekels ließen das normalisierte EBITDA um 10,3 % auf 10,5 Mio. EUR sinken, sodass sich die normalisierte EBITDA-Marge um 1,9 Prozentpunkte auf 18,9 % verringerte. Das normalisierte EBIT lag mit 7,9 Mio. EUR um 10,2 % unter dem Vorjahresniveau, die normalisierte EBIT-Marge sank um 1,4 Prozentpunkte auf 14,2 %.

Im Segment surface technologies war die Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 von einer schwachen Nachfrage wichtiger Kundengruppen geprägt. Der Druck auf das bestehende Geschäft blieb hoch. Die Umsatzerlöse sanken in diesem hart umkämpften Marktumfeld um 15,2 % auf 25,2 Mio. EUR. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass das zum 31. Dezember 2025 geschlossene Werk in Leisnig im Vorjahreszeitraum noch 1,4 Mio. EUR zum Segmentumsatz beitrug. Die ersten positiven Effekte aus den Kapazitätsanpassungen und der Reduzierung der Kostenstrukturen konnten die Energie- und Rohstoffpreissteigerungen jedoch nicht ausgleichen. Die bestehende Unterauslastung der Produktionslinien führte zu einem Rückgang des normalisierten EBITDA um 58,8 % auf 0,7 Mio. EUR. Das normalisierte EBIT verbesserte sich um 86,7 % auf −0,6 Mio. EUR, was vor allem auf deutlich gesunkene Abschreibungen zurückzuführen ist. Die normalisierte EBIT-Marge erhöhte sich um 12,8 Prozentpunkte auf −2,4 %.

Konkretisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt
Für das Geschäftsjahr 2026 geht der Vorstand von einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld aus, dem sich der KAP-Konzern nicht entziehen kann. Vor diesem Hintergrund bestätigt der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr mit einem Umsatz zwischen 230,0 Mio. EUR und 250,0 Mio. EUR sowie einem normalisierten EBITDA zwischen 19,0 Mio. EUR und 23,0 Mio. EUR, wobei angesichts der gestiegenen Energiekosten sowie negativer Währungseffekte sowohl Umsatz als auch normalisiertes EBITDA derzeit am unteren Ende der jeweiligen Prognosebandbreiten erwartet werden.

Der vollständige Halbjahresbericht 2026 steht auf der Website der KAP AG zum Download bereit.

Kontakt:
KAP AG
Kai Knitter
Head of Investor Relations & Corporate Communications
investorrelations@kap.de
+49 661 103 327

 

Über die KAP AG
Die KAP AG ist eine börsennotierte Industrieholding im gehobenen Mittelstand und konzentriert sich dabei aktuell auf drei Kernsegmente: flexible films, engineered products und surface technologies. Derzeit ist KAP mit 17 Standorten und rund 1.500 Mitarbeitern in zehn Ländern präsent. Mit einem aktiven Beteiligungsmanagement konzentriert sich KAP darauf, das bestehende Portfolio kontinuierlich zu optimieren und Wertsteigerungen zu schaffen. Dabei bleiben die individuellen Stärken und Identitäten der erfolgreich am Markt agierenden Unternehmen gewahrt. Die Aktien der KAP AG notieren im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard, ISIN DE0006208408).